Chor mit flacher Holzbalkendecke

Klosterkirche

Das 1945 durch einen Bombentreffer zerstörte hochmittelalterliche Chor-Gewölbe der Klosterkirche wurde bei den Instandsetzungen der 1950er bis 1970er Jahre nicht wieder hergestellt. Damals baute man eine flache Holzbalkendecke ein, die an die Holzdecke des einst ungewölbten Ursprungsbaus erinnern sollte.
Mit der Rekonstruktion des Kreuzrippengewölbes wird nun der gotische Raumeindruck wiederhergestellt, der gemeinsam mit den erhaltenen gotischen Fensterformen und Wandvorlagen im Chor die gestalterische Qualität der Zeit um 1240 wieder erlebbar macht.

Des Weiteren wird die Westempore für Besucher*innen zugänglich gemacht und die Wendeltreppen zu den Türmen instand gesetzt. Die Vorhalle im Westportal erhält mit ihrer Sanierung einen Windfang, Neben- und Lagerräume werden überarbeitet. Eine Erneuerung erfahren die in den 1970er Jahren eingebauten Holzfenster und der Fußboden der Kirche mit einer Fußbodenheizung ebenso wie die technische Ausstattung im Bereich Elektrotechnik und Belüftungsanlage.
Neben der Bearbeitung und malermäßigen Instandsetzung aller Putzflächen an den Wänden und Gewölben werden auch die Figuren der Hochsäuligen Kapelle restauriert und die Gedächtnisplatte für den Heiligen Norbert wiederhergestellt.

Das ist eine Bildunterschrift im Image Slider Widget

Nordflügel

Parallel laufen die Baumaßnahmen am Nordflügel. Der Nordflügel des Gebäudekomplexes des einstigen Prämonstratenserklosters wurde im 12. Jahrhundert unter nordfranzösisch-burgundischem Einfluss errichtet. Das 45 Meter lange und knapp 8 Meter breite Refektorium bildet den Kern der Anlage und ist als einer der bedeutendsten und größten Räume der Romanik in Deutschland erhalten geblieben. In den 1950er Jahre wurde ein Dachstuhl errichtet, der die Reste eines im 19. Jahrhundert nach mittelalterlichem Vorbild ausgebauten Obergeschosses überfängt. Die Räume im Dachstuhl dienten bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg als Aula und Aufenthaltsräume der Schule. An der Ostseite des Nordflügels befindet sich der sogenannte „Olymp“. Diese Räume werden nun umfassend saniert und für den Besucherverkehr erschlossen. Dadurch vergrößert sich die Ausstellungsfläche des Museums um 400 m² auf insgesamt 1280 m².

Eine statisch-konstruktive Aufwertung der Holzbalkendecke ermöglicht die Nutzung des Dachgeschosses als Ausstellungsfläche. Technische Anlagen wie Heizung, Lüftung, Stark- und Schwachstrom, Licht- und Tontechnik werden eingebaut. Neben der Erneuerung der Dachkonstruktion erfolgt ein Austausch von Fenstern und Türen sowie die Einbindung einer Belichtungs- und Entrauchungsanlage.
Im Oberen Tonnengewölbe werden Fußboden und Fußbodenheizung erneuert, die Wände und Gewölbeflächen werden saniert.

Ab Herbst 2022 werden die Klosterkirche und der Nordflügel mit den neuen Ausstellungsräumen wieder für Besucher*innen zugänglich sein.

Die Baumaßnahmen werden gefördert im Rahmen von: