Ausstellung

Rashid Johnson

Newgro - sharpening my oyster knife

14.06.2008 -
14.09.2008

Rashid Johnson gehört zu einer jungen Generation afroamerikanischer Künstler*innen, die auf äußerst kritische Weise, die Suche nach den Wurzeln ihrer kulturellen Herkunft zum Grundthema ihrer künstlerischen bzw. gesellschaftlichen Auseinandersetzung machen.

Johnson sagt z.B.: „Wir werden in diesem Land beinahe als Fremde behandelt, so entwickeln wir eine Sprache, die beinahe fremd ist. Das ist der Ursprung von Slang oder von urbanen Dialekten.“
Wie aber ist es für eine*n Künstler*in möglich, individuelle Strategien zu entwickeln, gebunden an die eigene Ethnie, wo doch die Wegmarken der Kunst lange Zeit beinahe ausnahmslos von Weißen gesetzt wurden? Bedeutet Respekt vor Leistungen der „weißen" Avantgarde schon Verrat am „Schwarz-Sein" (Blackness), und wie äußert sich Schwarz-Sein, wenn es nicht zwangsläufig von der Straße oder aus der Armut kommt, sondern aus der intellektuellen Mittelschicht des ausgebildeten Künstlertums?

Rashid Johnson, White People love me, 2006

Rashid Johnson, Sun, 2008

Die künstlerischen Strategien Johnsons sind offen in den Mitteln und Techniken. Sie reichen von Fotografie, Malerei und Skulptur bis zu Performance, und sie gehen darüber hinaus, dringen ein in kulturelle Alltagsformen von Kommunikation, Sprache und Musik. Sie sind ästhetisch unangepasst und politisch provokant. Johnsons künstlerische Äußerungen stehen in der Bindung an die Subkultur der Schwarzen, an Graffiti und Rap, aber sie basieren nicht auf emotionaler Expression, sondern auf intellektueller Reflexion.

Die Ausstellung zeigt eine Reihe neuer Werke, die Johnson speziell für Magdeburg, seine erste Personalausstellung in Europa, hergestellt hat, aber auch Leihgaben aus Amsterdam, Wien, Kopenhagen und Chicago. In den vergangenen zwei Jahren wurden Werke des Künstlers von wichtigen öffentlichen Sammlungen in den USA erworben, so vom Whitney Museum of Art/New York, Chicago Art Institut, Seattle Art Museum.

Rashid Johnson wurde 1977 in Chicago geboren und lebt in New York. Einige seiner Arbeiten waren im Magdeburger Kunstmuseum 2006 / 2007 in der Ausstellung „A noir, E blanc, I rouge, U vert, O bleu – Farben" zu sehen.

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Publikation zur Ausstellung

Rashid Johnson. Sharpening my Oyster Knife
Hrsg. von Uwe Gellner, 2009
Texte dt./engl.: Uwe Gellner, Rashid Johnson im Gespräch mit Uwe Gellner
63 Seiten, Abb. s/w u. in Farbe, Softcover
Bielefeld, Kerber Verlag
ISBN 978-3-86678-251-8
Preis: 15,80 Euro