Ausstellung

„SEHT, da ist DER MENSCH“

23.05.2017 -
05.11.2017

Seht, so ist der Mensch: schwach, ängstlich, ungläubig, ausgeliefert. Aber seht, auch so ist der Mensch: gütig, liebend und allzeit hoffend. Das Bild dieses vielansichtigen Menschen, der immer anders ist, nie gleich, der viele Facetten hat, der mal verletzlich und mal brutal ist, der ein anderes Mal staunend und erkennend Gutes tut.

Das ist das Bild, das uns Künstler*innen heute vom Menschen zeigen. Unter dem Titel „SEHT, da ist DER MENSCH“, schlägt die Ausstellung zeitgenössischer Kunst, deren erster Teil anlässlich des 100. Deutschen Katholikentages 2016 in der Leipziger Baumwollspinnerei zu sehen war, 2017 im Kunstmuseum Magdeburg nun den Bogen zum 500. Reformationsjubiläum. Sie zeigt den Menschen, seine Be- und Empfindlichkeiten, das Unsagbare, das Unaussprechliche seiner Existenz und seines Handelns. Ob Fotografie, Malerei, Skulptur, Video oder Installation, es sind die Bilder von uns selbst, die wir nicht unbedingt gern sehen, und es sind jene, die uns immer wieder begegnen, und die sich einspannen in das menschliche Leben zwischen Geburt und Tod. Es sind Bilder, die emotional und anrührend, anklagend und versöhnend sind, die immer wieder der Frage nachgehen: Was macht den Mensch zum Menschen?

Künstler*innen:

Francis Alÿs, Kader Attia, Jean-Charles Blais, Matthias Böhler & Christian Orendt, Nathan Coley, Lucas Foglia, Douglas Gordon, Tim Eitel, Binelde Hyrcan, Gülsün Karamustafa, Hans-Wulf Kunze, Jitka Hanzlová, Robert Metzkes, Santu Mofokeng, Roman Opalka, Elizabeth Peyton,  Julian Röder, Phillip Toledano, Ginan Seidl, Alexander Tinei, Sandra Vásquez de la Horra, Bill Viola, Gillian Wearing, Veronika Witte, Miriam Yammad

Ausstellung anlässlich des Reformationsjubiläums 2017

Die Ausstellung wurde gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

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29. April 2016: Eröffnung der Ausstellung „SEHT, da ist DER MENSCH“ in Leipzig

In der Leipziger Baumwollspinnerei wurde am 29. April die Ausstellung "SEHT, da ist DER MENSCH" eröffnet. Sie wurde durch das Kunstmuseum organisiert und kuratiert.
Die Ausstellung ist bis zum 12. Juni 2016 zu sehen. Anlass der Ausstellung sind der 100. Deutsche Katholikentag in Leipzig 2016 und das Reformationsjubiläum 2017.
An der Eröffnung nahmen nicht nur mehrere Künstler*innen teil, sondern auch zahlreiche Gäste aus Leipzig und Magdeburg. An den beiden folgenden Tagen, während des „Spinnerei-Rundgangs", strömten hunderte Besucher*innen in die Halle 12.

24. Mai 2016: Lesung mit Musik in der Ausstellung "SEHT, da ist DER MENSCH" in der Leipziger Baumwollspinnerei, Halle 12:

Himmelsleiter – Eine Erzählung von Ludwig Schumann, Schriftsteller, mit Musik von Uwe Kropinski, Jazz-Gitarrist

Der Autor Ludwig Schumann liest in der Ausstellung des Kunstmuseums Magdeburg „SEHT, da ist DER MENSCH" in der Leipziger Baumwollspinnerei (Halle 12) seine Erzählung „Himmelsleiter“: Der Großvater erzählt dem Enkel sein Leben im vorigen Jahrhundert, das von zwei Kriegen, zwei Diktaturen bestimmt ist. Wie bleibt man da Mensch und wie lebt man damit, wenn man kein Opfer und kein Täter ist? Der sonst schweigsame Großvater erzählt dem Enkel sein Leben, weil er will, dass dieser ihm die „Himmelsleiter“ baue, nämlich die Grabrede halte, als Bilanz seines Lebens: Was hat er eigentlich gemacht, zwischen Geburt und Tod?
Musikalisch begleitet wird die Lesung von Uwe Kropinski, einem der profiliertesten Jazz-Gitarristen in Deutschland, über den die taz schreibt: „Kropinski ist kein Gitarrist, der Mann ist einer Gitarre!“

13. September 2017: DIALOG in der Ausstellung „SEHT, da ist DER MENSCH“ mit Ginan Seidl

„Ich habe schon lange aufgehört nach Antworten zu suchen. Trotzdem finde ich sie überall. Sie sagen mir nichts. Rein gar nichts“, heißt es im Film der Künstlerin Ginan Seidl (*1984 in Berlin, lebt in Halle/Saale).

Es ist ein Parcours der Bilder, Geräusche und gedanklichen Reflexionen, durch den Ginan Seidl in SPIN die Zuschauer*innen führt. Alltag, Wissenschaft, Religion und Mythologie sind nur einige der Themenfelder, die aufgeschlagen werden. Es geht jedoch nicht nur um Erklärungen, sondern vielmehr um die Suche nach dem Sinn des Seins und auch darum, nach dem Ursprung des Universums zu forschen. Die Suche danach und die Erklärungen darüber zeigen sowohl das Wagnis als auch die Begrenztheit im Verstehen dessen, worauf sich das Bestreben richtet. Die audiovisuellen Untersuchungen des Films zeigen darüber hinaus, dass es unterschiedliche Wahrnehmungsweisen gibt, so wie die Sinne Werkzeuge der Generierung von Wissen sind. Sie erscheinen als Katalysatoren zwischen Wissenschaft und Spiritualität.

Immer wieder scheint der Film an den Ursprung zurückzukehren. Seinen Ausdruck findet das auch in den Rotationen, wie zum Beispiel im Tanz der Derwische oder der rasenden Kreisbewegung eines technischen Objekts. Ginan Seidl verbindet all dies in Form einer Collage. An deren Ende gibt es keine fertigen Antworten, sondern die Suche kann neu beginnen.

Im Anschluss an den Film laden wir Sie zum Gespräch mit der Künstlerin ein.

27. September 2017: DIALOG - in der Ausstellung „SEHT, da ist DER MENSCH“ mit Julian Röder

International bekannt wurde der Berliner Fotograf Julian Röder mit seiner Serie The Summits (2001-2008) über Proteste während verschiedener G-8-Gipfel: Er dokumentierte die Ausschreitungen in Genua 2001 und Heiligendamm 2007. Früher hatte er selbst zu den Protestierenden gehört. Inzwischen ist die Distanz zu den Globalisierungskritiker*innen größer geworden. Die Sensibilität für soziale und politische Prozesse ist jedoch geblieben.

Der 1981 in Erfurt geborene Künstler ist in seinen fotografischen Arbeiten weiterhin de verborgenen oder offensichtlichen Mechanismen von Wirtschaft, Markt, Politik und Konsum auf der Spur. In der Ausstellung „SEHT, da ist DER MENSCH“ ist seine 5-teilige Serie „Human Resources“ zu sehen. Die auf internationalen Konsummessen entstandenen Fotografien zeigen Szenen, in denen die Personen einer Staffage gleichen, ähnlich einer Filmkulisse. Diese Irritation erreicht Röder, indem er nachträglich jegliche Verweise auf kommerzielle Werbung und Firmenlogos aus den Bildern entfernte und seinen Fokus auf die genormte Körpersprache richtet.

5. November 2017: Letzter Tag der Ausstellung

mit Führungen in der Ausstellung, mit Angeboten im Kinderatelier für die jüngsten Museumsgäste, der Chance, den Katalog – nur an diesem Tag – für 15 Euro zu erwerben und Kulinarischem im Café

Publikation zur Ausstellung

SEHT, da ist DER MENSCH | BEHOLD the MAN
Hrsg. von Annegret Laabs, 2017
Texte dt./engl.: Annegret Laabs, Uwe Gellner, Marjoleine Leoniek Leever, Constantin Becker, Judith Mader, Eva Storms
223 Seiten, zahlr. farb. Abb., Softcover, Verlag für moderne Kunst
ISBN: 978-3-903153-85-1
Preis: 29,95 Euro