Ausstellung
Itamar Gov
THE RHINOCEROS IN THE ROOM - in Salzwedel
18.07.2026 -
27.07.2026
„The Rhinoceros in the Room“ von Itamar Gov geht auf Tour in Sachsen-Anhalt: Vom 18. bis 27. Juli wird das überlebensgroße Nashorn in der Mönchskirche in Salzwedel präsentiert.
Die Installation eines überlebensgroßen Rhinozeros versperrt den Blick und den Gang durch den Kirchenraum. Das friedfertige Tier, das den Raum ausfüllt, wird begleitet von einer polyphonen Klangkomposition.
AUSSTELLUNGSORT:
Mönchskirche Salzwedel
An der Mönchskirche
29410 Hansestadt Salzwedel
18.07. bis 27.07.2026, Eröffnung: 17.07., 18 Uhr
Öffnungszeiten: 11 bis 17 Uhr, Fr, 24.07. zusätzlich auch 20 bis 23 Uhr
Spätestens seit dem berühmten Holzschnitt von Albrecht Dürer ist das Nashorn (Rhinozeros) als Sinnbild imperialer Macht eng mit Europa verbunden. Mit Horn und Panzerung zog das Relikt eines Urviechs die Blicke der Schaulustigen und mächtiger Potentaten auf sich. Doch der halbblinde Mehrtonner, dickhäutig und standsicher – von den Menschen fast ausgerottet – ist aufgrund seiner sensiblen Natur auch eine Gefahr für den Menschen. Auf dieser Ambivalenz beruht die Installation des „Rhinozeros im Raum“, verbindet historische Ereignisse, philosophische Ideen und lokale Legenden und hinterfragt die fragilen Grenzen zwischen Fakt und Fiktion, Erinnerung und Vorstellung.
Aus einer raumfüllenden Mehrkanalkomposition von Bruno Delepelaire für acht Celli (Bruno Delepelaire und Moritz Huemer) und Gesang (Noa Beinart) hören wir klassische Melodien oder ein beruhigendes Wiegenlied heraus, erkennen Textzeilen aus Goethes Erlkönig und erhaschen Klänge aus dem hebräischen Hitragut von Paul Ben-Haim. Die beiden „Welten" von Erlkönig und Hitragut bilden eine Art Dialog, ein Gute-Nacht-Lied und ein gruseliges Märchen, was ständig zwischen sanfter Beruhigung und alarmierendem Horror hin- und her wechselt.
Vor dem Hintergrund eines in den 1950er Jahren entstandenen Theaterstücks von Eugène Ionescos, in dem die Verwandlung der Menschen in Nashörner als Metapher für gesellschaftliche Konformität und Widerstand steht, und der Existenz der hebräischen Formulierung „sich zu rhinocerosieren”, um den Prozess zu beschreiben, durch den Individuen und Gesellschaften autoritären Strömungen folgen und gegenüber den gewalttätigen Auswirkungen solcher Entwicklungen gleichgültig werden, wird diese Installation zu einem Projekt, das sich mit Themen wie Mythos, Autoritarismus und demokratischer Resilienz auseinandersetzt. Traum und Alptraum breiten sich im Kirchenschiff aus und verbinden sich mit dem Untertitel der Installation "Oder: Ein Märchen von Banalität und Bösem", die mahnend an den Ausspruch die „Banalität des Bösen“ von Hannah Arendt als Ausdruck totalitärer Herrschaftssysteme erinnert.
In einer Zeit, in der gesellschaftliche Debatten zunehmend von grundlegenden Fragen des Zusammenlebens geprägt sind, thematisiert die Installation Mechanismen von Konformität, antidemokratische Einstellungen und Widerstand und lädt dazu ein, über eine offene tolerante Gesellschaft nachzudenken. Mit den Stationen an unterschiedlichen Orten im Land Sachsen-Anhalt wird die Gelegenheiten für Begegnung und Austausch außerhalb des Kunstkontextes geschaffen – mitten im öffentlichen Raum.
Itamar Gov, geboren 1989 in Tel Aviv, lebt seit 2010 in Berlin, studierte Filmwissenschaft, Literatur und Geschichte in Bologna, Berlin und Paris. Gov hat seine Arbeiten in zahlreichen Institutionen auf der Welt präsentiert und war Artist-in-Residence unter anderem an der Cité internationale des arts, dem Nordic Artists' Centre, und 2025 der Casa Baldi Rom.
STATIONEN
St. Moritzkirche
An der Moritzkirche 8
06108 Halle (Saale)
Öffnungszeiten
08. bis 13. Juli 2026: 11-17 Uhr
Mönchskirche Salzwedel
(Kunst- & Konzerthalle)
An der Mönchskirche
29410 Hansestadt Salzwedel
18.07. bis 27.07.2026, Eröffnung: 17.07., 18 Uhr
Öffnungszeiten: 11 bis 17 Uhr, Fr, 24.07. zusätzlich auch 20 bis 23 Uhr
Alte Brauerei Dessau
Brauereistraße 1-2
06847 Dessau-Roßlau
01.08. bis 10.08.2026, Eröffnung: 31.07.2026
Ausstellung
Das geteilte Jetzt
The Shared Now
28.04.2026 -
06.09.2026
Was heißt es, heute im Hier und Jetzt zu leben – und zeitgleich unterschiedliche Gegenwarten zu erfahren? In einer Zeit beschleunigter Informationen, ständiger gesellschaftlicher Umbrüche und individueller Positionierungen tritt das Verhältnis von persönlicher Erfahrung und kollektiver Wirklichkeit auch in den Werken der Künstler*innen sichtbarer als je zuvor in den Fokus. Vor dem Hintergrund multipler Krisen – ökologisch, politisch, sozial – wird das ständige Neuverhandeln zwischen Kunst und Leben mehr und mehr zum Thema der Kunst.
Wie nehmen Künstler*innen heute die Gegenwart wahr, verhandeln und interpretieren sie ihre alltäglichen Erfahrungen? Demokratien verwandeln sich in autoritäre Regime, die jeden Widerstand effektiv bekämpfen, die Weltordnung ist ins Wanken geraten und die Beschleunigung unseres Lebenstempos führt zu einer verzerrten Beziehung zwischen dem Selbst und der Welt. Der Mensch erlebt eine zunehmende Entfremdung von sich selbst, die sich nicht nur auf individueller Ebene, sondern auch in seinem Verhältnis zu sozialen Strukturen und der Umwelt manifestiert. Diese Entfremdung ist vielschichtig: Sie betrifft die soziale Dimension, aber ebenso die Beziehung zu Raum, Zeit, Dingen und den eigenen Handlungen.
Kunst überschreitet Grenzen, verbindet Räume und Zeiten und vermischt Realität mit Fiktion. Künstler*innen hinterfragen unsere Gegenwart, setzen sich immer wieder intensiv mit den physischen, emotionalen und ästhetischen Grenzen auseinander, die das individuelle und gesellschaftliche Leben prägen. Indem sie diese Grenzen ausloten und überschreiten, richten sie ihren Blick gezielt auf die Mechanismen und Logiken politischen und individuellen Handelns.
In den künstlerischen Beispielen der Ausstellung geht es um die Fragilität von Freiheit und Menschlichkeit, um persönliches Engagement, um Verantwortung. Angesichts der Klimakrise, von Kriegen und wachsender sozialer Ungleichheit werden auch in der Kunst tiefgreifende Erfahrungen beschrieben. Wie Sisyphos kämpft der Fallschirmspringer im Video von Christiane Möbus gegen den Wind, der als Sinnbild realer und unmittelbarer Bedrohung der menschlichen Freiheit und der Gesellschaft steht.
Auch andere ausgewählte Positionen, ob Malerei, Video oder Skulptur und Fotografie, zeigen, dass Gewissheiten nicht neutral sind, sondern aus subjektiven Blickwinkeln entstehen. Das „Jetzt“ erscheint dabei nicht als stabiler Zustand, sondern als fragiler, geteilter Moment – geprägt von individuellen Stimmen, Haltungen und Wahrnehmungen. Das geteilte Jetzt lädt dazu ein, Gegenwart als etwas Vielstimmiges zu begreifen und die eigene Position darin neu zu reflektieren.
Künstler*innen: Emma Adler, Vasil Berela, Judith Blum Reddy, Kurt Buchwald, Göran Gnaudschun, Susie Hamilton, Mathilde Tijen Hansen, Susann Maria Hempel, Anna Jermolaewa, Sven Johne, Roman Khimei & Yarema Malashchuk, Christiane Möbus, Marcel Odenbach, Ulf Puder, Baldur Schönfelder, Igor Simić
Abb: Yarema Malashchuk und Roman Khimei, You Shouldn’t Have to See This, 2024, Foto: Kunstmuseum Magdeburg
Die Ausstellung wird gefördert von:

Ausstellung
Grace Weaver
Prélude
10.03.2026 -
16.08.2026
Grace Weaver (*1989 in Vermont, USA) ist eine der interessantesten jungen Malerinnen der Gegenwart. Mit ihren überlebensgroßen Gemälden sucht sie nach Möglichkeiten, die menschliche Form neu auszuloten, und verleiht der figürlichen Malerei des 21. Jahrhunderts neue Impulse.
Die Ausstellung „Prélude“ zeigt Arbeiten der Werkgruppen Flower (2024) und Mothers (2025). Beide verbindet ein konzentriertes Interesse an Linie, Haltung und malerischer Geste.
In der Serie Flower erscheinen die Blumen als körperhafte, fast figürliche Formen, aufrecht stehend, herabhängend oder in einem Gewirr von Stielen verflochten, die zwischen Abstraktion und emotionalem Ausdruck oszillieren. Monumentale Bilder archetypischer Szenen stellt die Serie Mothers dar: Mütter mit Kindern und weibliche Akte. Weavers Gemälde greifen Motive aus verschiedenen Epochen wie antike Terrakottafiguren, Cranachs Madonnen oder ägyptische Statuetten auf und die Körperhaltungen erinnern an ikonische Darstellungen von Eva oder Aphrodite. Im Gegensatz zu ihren kunsthistorischen Vorgängerinnen bewegen sie sich jedoch nicht in einer Sphäre unantastbarer Schönheit, sondern vermitteln einen zeitgenössischen Zugang zu Identität, Körperlichkeit und weiblicher Erfahrung, der zwischen Selbstschutz und Offenheit changiert.
Leihgaben: Galerie Max Hetzler Berlin | Paris | London | Marfa und Soy Capitán, Berlin
Abb: Grace Weaver, Untitled (Mother and Child), 2025, Acryl auf Leinwand, 300 x 500 cm
© Grace Weaver, courtesy the artist and Galerie Max Hetzler Berlin | Paris | London | Marfa.
Veranstaltung
Was ist Gegenwart?
15 Uhr
26.07.2026 -
26.07.2026
Eine Spurensuche zwischen Kunst und Wirklichkeit - Sonntagsführung mit Marietta Geiger in der Ausstellung „Das geteilte Jetzt / The Shared Now“
Was heißt es, heute im Hier und Jetzt zu leben – und zeitgleich unterschiedliche Gegenwarten zu erfahren? In einer Zeit beschleunigter Informationen, ständiger gesellschaftlicher Umbrüche und individueller Positionierungen tritt das Verhältnis von persönlicher Erfahrung und kollektiver Wirklichkeit auch in den Werken der Künstler*innen sichtbarer als je zuvor in den Fokus. Vor dem Hintergrund multipler Krisen – ökologisch, politisch, sozial – wird das ständige Neuverhandeln zwischen Kunst und Leben mehr und mehr zum Thema der Kunst.
Veranstaltung
Was ist Gegenwart?
15 Uhr
30.08.2026 -
30.08.2026
Eine Spurensuche zwischen Kunst und Wirklichkeit - Sonntagsführung mit Marietta Geiger in der Ausstellung „Das geteilte Jetzt / The Shared Now“
Was heißt es, heute im Hier und Jetzt zu leben – und zeitgleich unterschiedliche Gegenwarten zu erfahren? In einer Zeit beschleunigter Informationen, ständiger gesellschaftlicher Umbrüche und individueller Positionierungen tritt das Verhältnis von persönlicher Erfahrung und kollektiver Wirklichkeit auch in den Werken der Künstler*innen sichtbarer als je zuvor in den Fokus. Vor dem Hintergrund multipler Krisen – ökologisch, politisch, sozial – wird das ständige Neuverhandeln zwischen Kunst und Leben mehr und mehr zum Thema der Kunst.
Veranstaltung
Sonntagsführung
15 Uhr
16.08.2026 -
16.08.2026
Sonntagsführung mit Dr. Uwe Förster in der Ausstellung „Das geteilte Jetzt / The Shared Now“
Was heißt es, heute im Hier und Jetzt zu leben – und zeitgleich unterschiedliche Gegenwarten zu erfahren? In einer Zeit beschleunigter Informationen, ständiger gesellschaftlicher Umbrüche und individueller Positionierungen tritt das Verhältnis von persönlicher Erfahrung und kollektiver Wirklichkeit auch in den Werken der Künstler*innen sichtbarer als je zuvor in den Fokus. Vor dem Hintergrund multipler Krisen – ökologisch, politisch, sozial – wird das ständige Neuverhandeln zwischen Kunst und Leben mehr und mehr zum Thema der Kunst.
Ausstellung
Itamar Gov
THE RHINOCEROS IN THE ROOM
27.01.2026 -
05.07.2026
Oder: Ein Märchen von Banalität und Bösem
Die Installation eines überlebensgroßen Rhinozeros versperrt den Blick und den Gang durch den mittelalterlichen Kirchenraum. Das friedfertige Tier, das den Raum ausfüllt, wird begleitet von einer polyphonen Klangkomposition.
Spätestens seit dem berühmten Holzschnitt von Albrecht Dürer ist das Nashorn (Rhinozeros) als Sinnbild imperialer Macht eng mit Europa verbunden. Mit Horn und Panzerung zog das Relikt eines Urviechs die Blicke der Schaulustigen und mächtiger Potentaten auf sich. Doch der halbblinde Mehrtonner, dickhäutig und standsicher – von den Menschen fast ausgerottet – ist aufgrund seiner sensiblen Natur auch eine Gefahr für den Menschen. Auf dieser Ambivalenz beruht die Installation des „Rhinozeros im Raum“, verbindet historische Ereignisse, philosophische Ideen und lokale Legenden und hinterfragt die fragilen Grenzen zwischen Fakt und Fiktion, Erinnerung und Vorstellung.
Aus einer raumfüllenden Mehrkanalkomposition von Bruno Delepelaire für acht Celli (Bruno Delepelaire und Moritz Huemer) und Gesang (Noa Beinart) hören wir klassische Melodien oder ein beruhigendes Wiegenlied heraus, erkennen Textzeilen aus Goethes Erlkönig und erhaschen Klänge aus dem hebräischen Hitragut von Paul Ben-Haim. Die beiden „Welten" von Erlkönig und Hitragut bilden eine Art Dialog, ein Gute-Nacht-Lied und ein gruseliges Märchen, was ständig zwischen sanfter Beruhigung und alarmierendem Horror hin- und her wechselt.
Vor dem Hintergrund eines in den 1950er Jahren entstandenen Theaterstücks von Eugène Ionescos, in dem die Verwandlung der Menschen in Nashörner als Metapher für gesellschaftliche Konformität und Widerstand steht, und der Existenz der hebräischen Formulierung „sich zu rhinocerosieren”, um den Prozess zu beschreiben, durch den Individuen und Gesellschaften autoritären Strömungen folgen und gegenüber den gewalttätigen Auswirkungen solcher Entwicklungen gleichgültig werden, wird diese Installation zu einem Projekt, das sich mit Themen wie Mythos, Autoritarismus und demokratischer Resilienz auseinandersetzt. Traum und Alptraum breiten sich im Kirchenschiff aus und verbinden sich mit dem Untertitel der Installation, die mahnend an den Ausspruch die „Banalität des Bösen“ von Hannah Arendt als Ausdruck totalitärer Herrschaftssysteme erinnert.
Itamar Gov, geboren 1989 in Tel Aviv, lebt seit 2010 in Berlin, studierte Filmwissenschaft, Literatur und Geschichte in Bologna, Berlin und Paris. Gov hat seine Arbeiten in zahlreichen Institutionen auf der Welt präsentiert und war Artist-in-Residence unter anderem an der Cité internationale des arts, dem Nordic Artists' Centre, und 2025 der Casa Baldi Rom.
Veranstaltung
Internationaler Museumstag
10 bis 18 Uhr
17.05.2026 -
17.05.2026
Am Museumstag lädt das Kunstmuseum dazu ein, das Haus und seine aktuellen Sonderausstellungen zu entdecken.
Im Mittelpunkt steht die Ausstellung „Das geteilte Jetzt / The Shared Now“, die der Frage nachgeht, was es bedeutet, heute im Hier und Jetzt zu leben – und zugleich unterschiedliche Gegenwarten zu erfahren. Die präsentierten künstlerischen Positionen aus Malerei, Video, Skulptur und Fotografie thematisieren die Fragilität von Freiheit und Menschlichkeit ebenso wie persönliches Engagement und gesellschaftliche Verantwortung. Das „Jetzt“ erscheint dabei nicht als stabiler Zustand, sondern als ein vielschichtiger, zerbrechlicher Moment, geprägt von individuellen Perspektiven und Wahrnehmungen.
Mit ihren monumentalen Gemälden erkundet Grace Weaver neue Möglichkeiten der Darstellung der menschlichen Form. Ihre Serien „Mothers“ und „Flowers“ sind in der Ausstellung „Prélude“ zu sehen.
In der Klosterkirche versperrt ein überlebensgroßes Nashorn den Blick in den Kirchenraum. „The Rhinocoeros in the Room“ von Itamar Gov hinterfragt die fragilen Grenzen zwischen Fakt und Fiktion, Erinnerung und Vorstellung.
Eine Führung in der Ausstellung „Das geteilte Jetzt“ findet am Museumstag um 15 Uhr statt.
Veranstaltung
Ausstellungs-
eröffnung
17 Uhr
26.04.2026 -
26.04.2026
Wir laden Sie und Ihre Freund*innen herzlich ein zur Eröffnung der Ausstellung "Das geteilte Jetzt".
Es spricht: Prof. Dr. Annegret Laabs
Musik: Till Marschewski (Posaune und Loop-Station)
Was heißt es, heute im Hier und Jetzt zu leben – und zeitgleich unterschiedliche Gegenwarten zu erfahren? Kunst überschreitet Grenzen, verbindet Räume und Zeiten und vermischt Realität mit Fiktion. Künstler*innen hinterfragen unsere Gegenwart, setzen sich immer wieder intensiv mit den physischen, emotionalen und ästhetischen Grenzen auseinander, die das individuelle und gesellschaftliche Leben prägen. Indem sie diese Grenzen ausloten und überschreiten, richten sie ihren Blick gezielt auf die Mechanismen und Logiken politischen und individuellen Handelns.
In den künstlerischen Beispielen der Ausstellung geht es um die Fragilität von Freiheit und Menschlichkeit, um persönliches Engagement, um Verantwortung.
Ausstellung
Herausgeforderte Gemeinschaft
Jubiläumsausstellung 2025
14.06.2025 -
09.03.2026
Im Jahr 2025 feiert das Kunstmuseum Magdeburg sein 50-jähriges Bestehen: ein halbes Jahrhundert künstlerische Auseinandersetzung, gesellschaftliche Reflexion und kultureller Wandel. Seit seiner Gründung widmet sich das Museum der Gegenwartskunst – damals wie heute. Von der staatlich gelenkten DDR-Kunstpolitik über die Aufbruchsstimmung der Demokratiebewegung 1989 bis zur internationalen Öffnung der letzten Jahrzehnte erzählt das Haus von einem kontinuierlichen Wandel.
Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Sammlung wider: Viele Werke entstanden im Spannungsfeld gesellschaftlicher Umbrüche. Sie zeugen von Nähe und Distanz, von Abgrenzung und Gemeinschaft als etwas Fragilem und immer wieder Herausgeforderten. Unter dem Titel Herausgeforderte Gemeinschaft vereint die Jubiläumsausstellung Kunstwerke, die Eigenwilligkeit, Widerspruch und gesellschaftliche Vielstimmigkeit sichtbar machen. Zentrale Werke aus der Sammlung treten in einen Dialog mit Gegenwartspositionen, die für diese Ausstellung teilweise neu entstanden sind.
In diesem Zusammenspiel gehen sie der Komplexität der Gemeinschaft nach und regen dazu an, über historische und gegenwärtige Formen des Miteinanders nachzudenken. Gemeinschaft ist nie selbstverständlich und muss immer wieder neu ausgehandelt werden. Die Kunstwerke machen Ambivalenzen sichtbar, stellen gewohnte Denkmuster infrage und loten die Grenzen zwischen individueller und kollektiver Erinnerung aus.
Auf der gesamten Ausstellungsfläche des Museums zeigt HERAUSGEFORDERTE GEMEINSCHAFT ein vielschichtiges Panorama aus Malerei, Fotografie, Videoarbeiten, Installationen, Grafik und Skulptur. Die Ausstellung spannt dabei einen Bogen über fünf Jahrzehnte: von künstlerischen Praktiken des 20. Jahrhunderts über die gesellschaftlichen Umbrüche nach 1989 bis hin zu heutigen Formen des Zusammenlebens. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Gemeinschaft und Miteinander – und auch die Rolle, die jede*r Einzelne darin spielt.
Künstler*innen aus der Sammlung: Özlem Altın, Giovanni Anselmo, Johanna Bartl, Horst Bartnig, Christian Boltanski, Sergey Bratkov, Peter Bräuning/Grit Bümann/Ansgar Frerich, Heinz Breloh, Joachim Brohm, Ernesto Burgos, Anthony Caro, Lawrence Carroll, Enrico Castellani, William Christenberry, Johan Creten, Hartwig Ebersbach, Jonas Englert, Brian Eno, Ruth Francken, Nan Goldin, Monika Huber, Leiko Ikemura, Sanja Iveković, Sven Johne, Rashid Johnson, Annika Kahrs, Koji Kamoji, Jens Klein, Jannis Kounellis, Wieland Krause, Lore Krüger, Hans-Wulf Kunze, Rolf Lindemann, David Lynch, Christiane Möbus, Maurizio Nannucci, Norbert Prangenberg, Lucas Reiner, Raffael Rheinsberg, Xanti Schawinsky, Michael Schmidt, Baldur Schönfelder, Jochen Seidel, Christopher J. Smith, Hito Steyerl, Gabriele Stötzer, Werner Stötzer, Zandile Tshabalala, Max Uhlig, Olaf Wegewitz, Tobias Zielony, Gilberto Zorio
Eingeladene Positionen von: Isaac Chong Wai, Itamar Gov, Marina Naprushkina, Diane Severin Nguyen, Elske Rosenfeld

