Ausstellung

AMBITUS.

Kunst und Musik heute

09.09.2018 -
06.01.2019

Schon seit ein paar Jahrzehnten loten Künstler*innen die Übergänge und Räume zwischen diesen beiden Künsten aus oder schaffen selbst solche neu. Video- und Performancekünstler*innen nutzen heute ebenso selbstverständlich existierende und neu komponierte Musik, wie Musiker*innen und Komponist*innen dazu übergegangen sind, ihre musikalischen Arbeiten auch visuell erfahrbar zu machen.

Dass Bildende Kunst und Musik nicht getrennte Welten sein müssen, zeigt die Ausstellung.

Über alle Sonderausstellungsbereiche hinweg präsentiert das Magdeburger Kunstmuseum unter dem Titel AMBITUS zahlreiche aktuelle Beispiele aus Grafik, Malerei, Skulptur, Installation und Video, die strukturelle, inhaltliche und ästhetische Berührungspunkte beider Disziplinen vorstellen. Zu erleben sind Arbeiten von mehr als 25 Künstler*innen aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich, Albanien, Großbritannien, Israel, Kanada und den USA.

Annika Kahrs, Infra Voice, 2018
Candice Breitz, Working Class Hero (A Portrait of John Lennon), 2006 © die Künstlerin und Goodman Gallery, Kaufmann Repetto + KOW Berlin

William Engelen, Faltungen, 2017-18, im Hintergrund: Douglas Henderson, David Henderson, The sea is a big green lens, 2014

Steht der Begriff AMBITUS normalerweise für den Tonabstand zwischen dem höchsten und dem tiefsten Ton beispielsweise eines Musikstücks oder eines Instruments, symbolisiert er hier die Spannweite, die Vielfalt der an dieser Ausstellung partizipierenden Künstler*innen und deren bisweilen raumgreifenden multimedialen Werke. Die Präsentation konzentriert sich auf die gegenwärtige Entwicklung und will darauf neugierig machen, wie in der Verbindung von Bildender Kunst und Musik Grenzen aufgebrochen und neue Erlebnisräume konstruiert werden.

Künstler*innen:

Werner Amann (D, * 1969 in Kösching), Cory Arcangel (USA, * 1978, Buffalo NY), Eberhard Blum (D, * 1940 in Stettin; † 2013 in Berlin) , Candice Breitz (ZA, * 1972 in Johannesburg), Robbie Cornelissen (NL, * 1954 in Utrecht) und Kees Went (NL, * 1951), William Engelen (NL, * 1964 in Weert), Jonas Englert (D, * 1989 in Friedberg), Brian Eno (GB, * 1948 in Woodbridge, Suffolk), Douglas Henderson (USA, * 1960 in Baltimore) und David Henderson (USA, * 1960 in Atlanta), Annika Kahrs (D, * 1984 in Achim), Rainer Kohlberger (AT, * 1982 in Linz), Christina Kubisch (D, * 1948 in Bremen), Kaffe Matthews (GB, * 1961 in Good Easter in Essex, England), Bjørn Melhus (D, NO, * 1966 in Kirchheim unter Teck), Michaela Melián (D, * 1956 in München), Robin Minard (CA, * 1954 in Montreal, Canada), Haroon Mirza (GB, * 1977 in London), People Like Us (Vicki Bennett; GB, * 1967 in London), Ute Pleuger (D, * 1956 in Neuwied), Anri Sala (AL, * 1974 in Tirana), Marc Sabat (CA, * 1965 in Kitchener, Ontario) und Mareike Yin-Yee Lee (CA, * 1979 in Toronto), Yehudit Sasportas (IL, * 1969 in Aschdod), Per Olaf Schmidt (D, * 1980 in Gifhorn) und Sebastian Neubauer (D, * 1980 in Hameln), Richard T. Walker (GB, * 1977 in Shrewsbury)

Das Projekt AMBITUS ist eine Zusammenarbeit des Kunstmuseums Kloster Unser Lieben Frauen Magdeburg mit dem Gesellschaftshaus Magdeburg (Haus der Musik). Parallel zu der Ausstellung „AMBITUS. Kunst und Musik heute“ im Kunstmuseum gab es Konzerte im Gesellschaftshaus sowie in der Konzerthalle „Georg Philipp Telemann“.

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Die Magdeburger Sonic Bikes

Seit über 10 Jahren arbeitet die Künstlerin Kaffe Matthews an Fahrrädern, die Musikinstrumente sind – oder an Instrumenten, die Fahrräder sind. Ausgestattet mit GPS und einem Lautsprechersystem kann man auf ihnen die Stadt erkunden. Ihre Sonic Bikes wurden mit dem Bicrophonic Research Institute entwickelt und fuhren in Berlin, Brüssel, Dublin, Den Haag, London – und nun in Magdeburg.

Fünf Fahrräder entstanden in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Magdeburg für die Ausstellung „AMBITUS. Kunst und Musik heute". Besucher*innen erleben mit der ca. 30 Minuten langen Komposition auf einem Rundkurs die Stadt akustisch neu – dabei gibt es für jeden Aufenthaltsort ein anderes Musikstück.

Über mehrere Wochen experimentierte die Künstlerin immer wieder auf der Orgel der Magdeburger Wallonerkirche, nahm die Atmosphäre ihrer Umgebung auf und brachte nun alles zusammen und auf die Straßen der Stadt – eine neue Art, Orgel zu spielen und zu hören, aber auch ein neuer Zugang zur eigenen, alltäglichen Stadterfahrung.

Mehr zu den Sonic Bikes unter: www.sonicbikes.net/on-golden-hares/

24. Juni 2018: Von Farbklängen und Musikbildern

Auftaktkonzert zum Projekt“ AMBITUS. Kunst und Musik“ heute

Ein Konzert bildet den Auftakt der Ausstellung „AMBITUS. Kunst und Musik heute“ von AUDITIVVOKAL Dresden. Bildende Kunst und Musik im Dialog mit Werken von John Cage, Morton Feldman, Michael Edward Edgerton, Arne Sanders, Amir Shpilman und Musik aus dem 13. Jahrhundert werden an diesem Abend im Mittelpunkt des Wandelkonzerts stehen.

AUDITIVVOKAL DRESDEN
Barbara Maurer, Viola, Torsten Reitz, Celesta, Michael Weilacher, Schlagzeug, Olaf Katzer, Leitung
Eine Veranstaltung in Kooperation zwischen dem Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen und dem Gesellschaftshaus Magdeburg

8. September 2018: Ausstellungseröffnung und WATER WALK – LANGE NACHT der Kunst und Musik

Im Anschluss an die Eröffnung findet im Rahmen der Ausstellung von 19 bis 24 Uhr der Water Walk als LANGE NACHT der Kunst und Musik entlang der Elbe zwischen dem Kunstmuseum und dem Gesellschaftshaus (Haus der Musik) statt. Der Titelname ist der Performance „Water Walk" von John Cage entlehnt. Der Weg zwischen den Häusern an der Elbe wird mit verschiedenen Licht-, Musik-, Tanzperformances und vielem mehr bespielt.

21. September 2018: Our Voices – Eine Magdeburger Chorfantasie

Musik von Stefan Schultze, im Rahmen des Chorfestes Magdeburg 2018

In dieser Uraufführung vereinen sich präpariertes Klavier, Live-Elektronik und Solo-Sopran mit den Stimmen von sieben Chören, bestehend aus rund 100 Sänger*innen. Das einstündige Werk verschmilzt Schultzes Kompositionen mit kollektiven Improvisationen, in welchen alle Beteiligten interagieren.
„Our Voices“ spielt mit unterschiedlichsten Einflüssen, wie z.B. Vierteltonmusik und Obertongesang, zeitgenössischer Improvisation, Instant Composing und folkloristisch anmutenden Kanons.

28. September 2018: Schlag-Werk

Musik von Mitgliedern der Komponistenklasse Sachsen-Anhalt, Gesellschaftshaus

Die Musiker*innen des Bremer Schlagzeugensembles sind Absolvent*innen und Studierende aus der Klasse von Professor Olaf Tzschoppe an der Hochschule für Künste Bremen. In diesem Konzert spielt das Ensemble unter der Leitung von Bernhard Schneyer Uraufführungen von Werken junger Mitglieder der Komponistenklasse Sachsen-Anhalt. Die Kompositionen entstanden in einem Workshop zum Thema „Bildende Kunst und Musik im 21. Jahrhundert“ in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum.

12. Oktober 2018: Ambitus – For Philip Guston
Konzert zur Ausstellung „AMBITUS. Kunst und Musik heute.“

Morton Feldman „For Philip Guston“ für Flöte, Klavier/Celesta und Schlagzeug

Eine Hommage an den 1980 verstorbenen Maler-Freund ist Morton Feldmans Komposition „For Philip Guston“ aus dem Jahr 1984. Dieses viereinhalbstündige Werk mit Melodiemustern in schwebender Rhythmik erklingt in der Konzerthalle. Musiziert wird die Komposition vom deutsch-isländischen „Ensemble Adapter“ mit Kristjana Helgadóttir (Flöte), Matthias Engler (Schlagzeug), Gunnhildur Einarsdóttir (Harfe) und Elmar Schrammel (Klavier).

27. Oktober 2018: „Encounters in the Republic of Heaven“
Akusmatische Oper in vier Akten von Trevor Wishart, Klangregie: Oliver Schneller
im Rahmen von „SinusTon – 9. Magdeburger Tage der elektroakustischen Musik“

27. Oktober 2018: Musik von Luigi Nono und Alvin Lucier
im Rahmen von „SinusTon – 9. Magdeburger Tage der elektroakustischen Musik“

Violine: Miranda Cuckson, Elektronik, Klangregie: Chris Burns

Programm: „La lontanaza nostalgica utopica futura“ von Luigi Nono für Violine solo und 8 Magnetbänder
„Still and Moving Lines of Silence in Families of Hyperbolas“ von Alvin Lucier, Version für Violine und Elektronik

In einer von Lautsignalen überfluteten Welt geht es vielen Komponist*innen immer wieder darum, mit ihren Werken den Akt des Hörens bewusst zu machen. Dies trifft insbesondere auf das Lebenswerk des italienischen Komponisten Luigi Nono zu und ebenso – wenn auch auf vollkommen unterschiedliche Weise – auf das des amerikanischen Komponisten und Klangkünstlers Alvin Lucier. Zwei Perspektiven des Hörens in der Gegenüberstellung, gespielt von der amerikanischen Star-Geigerin Miranda Cuckson, am Mischpult begleitet von dem Komponisten Chris Burns.

28. Oktober 2018: „Sichtbare Klänge – Musik nach grafischer Notation"
Konzert zur Ausstellung „AMBITUS. Kunst und Musik heute.“

im Rahmen von „SinusTon – 9. Magdeburger Tage der elektroakustischen Musik“

Elektronisches Orchester Charlottenburg unter Leitung von Henrik von Coler
Musik nach grafischer Notation von Cornelius Cardew, Henrik von Coler und Robert Stokowy (UA)

Grafische Notation – eine Zeichnung fordert unmittelbar zu musikalischer Umsetzung auf. Bildende Kunst wird zu klingender Musik. Im Kunstmuseum kommen im Konzert mit Cornelius Cardews „Treatise" ein Klassiker der grafischen Notation, eine Uraufführung von Robert Stokowy und ein Stück nach einer Collage aus Lebensmittelprospekten vom Leiter des Elektronischen Orchesters, Henrik von Coler, zur Aufführung.

9. November 2018: Melting Church
Musik vom „Kulturkollektiv“ Lotenheim
Im Projekt „Melting Church“ begegnen sich an diesem Abend indigene Chormusik von Qom Chelalaapi aus Argentinien und elektronische Klänge von Mati Zundel aka Lagartijeando, unterlegt von Lichtinstallationen von Visual Noize Artworx und begleitet von den DJs Martha van Straaten, Vitus Soska und Raulito Wolf.

9. November 2018: Zu Gast - Künstler Rainer Kohlberger und Kuratorin Sandra Naumann
Am 14. November sind anlässlich der Ausstellung „AMBITUS. Kunst und Musik heute“ der Künstler Rainer Kohlberger sowie die Co-Kuratorin der Ausstellung, Sandra Naumann, zu Gast im Kunstmuseum.

12. Dezember 2018: Neue Werke in der Sammlung des Kunstmuseums

Eberhard Blum (geb. 1940) zählte als Flötist viele Jahre zum Kreis der bedeutendsten Instrumentalisten in der Neuen Musik. So war er ab 1973 im Ensemble von Morten Feldman, der ihn gern ganz nach New York geholt hätte. Blum beginnt in dieser Zeit, vermehrt Zeichnungen anzufertigen Wie ein Musiker zur Zeichnung kommt und weshalb dahinter eine Logik steckt, erfahren die Gäste der Veranstaltung an zahlreichen Beispielen, die vor Kurzem in die Sammlungen des Kunstmuseums aufgenommen werden konnten. In der aktuell laufenden Ausstellung „AMBITUS. Kunst und Musik heute“  wird Blums Zyklus „Letters for John Cage“ gezeigt, der

Musik hinter verschlossenen Türen – Was geht da vor sich?

Die Klanginstallation „Fräulein Grosch“ entsteht für jeden Ort neu und ist Teil der Ausstellung „AMBITUS. Kunst und Musik heute“.

Der Künstler William Engelen möchte Ihre persönlichen Erinnerungen an den Musikunterricht in seine Klanginstallation „Fräulein Grosch“ einbauen. Mal sehr witzig, mal traurig, mal heiter oder melancholisch – jedenfalls ganz persönliche Geschichten, die die Zuhörer*innen auch auf eine Reise in die eigene Musikvergangenheit schicken.

Werden Sie Teil des Kunstwerks! Wir suchen erwachsene Bürger*innen aus Magdeburg und der Region, die über ihre Erlebnisse und Erinnerungen an ihre Klavierstunden in einem Gespräch mit William Engelen berichten möchten.

Publikation zur Ausstellung:

AMBITUS. Kunst und Musik heute
Hrsg. von Annegret Laabs, 2018
Texte dt./engl.: Sandra Naumann, Annegret Laabs, Uwe Förster, Uwe Gellner, Christina Klein, Stephanie Milling
Übersetzungen: Julian Wheatley
175 S., zahlr. Abb., Softcover
Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen
ISBN 978-3-9816665-6-4
Preis: 21,00 Euro