Pepa Hristova | Sworn Virgins | 28. Februar - 26. Mai 2013

Eröffnung am 27. Februar 2013, 19.00 Uhr
Sie sind zur Eröffnung herzlich eingeladen!

 

 Pepa Hristova, Drande, aus der Reihe Sworn Virgins, 2008/2010

 

In den Bergen Nordalbaniens gilt die aus dem Mittelalter stammende Gesetzessammlung "Kanun". Danach können Familien, die Vater und Sohn verloren haben, eine Tochter zum Familienoberhaupt bestimmen. Diese Mädchen müssen Jungfrauen bleiben und wechseln konsequent in die Rolle von Männern. Als Erwachsene werden diese Burrneshas (Sworn Virgins) hoch geachtet und haben großen Einfluss in der Familie.

In den Porträts der Burrneshas verbinden sich Beobachtung und Inszenierung. Die Fotografin fasst die Person zentral im Format und konzentriert den Inhalt. Offenkundig entstanden die Bilder in heimischer Umgebung. Neben den Außenaufnahmen gelang es, viele Burrneshas auch zu Innenaufnahmen zu bewegen, was den Abstand in der Situation verkürzt und den Möglichkeiten der Bildgestaltung fast Studiocharakter verleiht. Wir erleben kein Gerede, keine Arbeit, keinen wirklichen Alltag, sondern die Momente des Abwartens in den Sekunden der Aufnahme. das Innehalten, die Ruhe und Besonnenheit gehen jedoch über den Augenblick des Fotografierens hinaus. Sie bestätigen sich im gesamten Bildraum und scheinen ihren Ursprung in den Burrneshas zu haben.

Pepa Hristova geht es um fotografische Bilder, nicht um dokumentarische oder ethnologische Auskünfte. Die Aufnahmen zeigen uns die Burrneshas im Bildrahmen der Landschaft oder der Wohnung, in denen sich ihr Leben abspielt. Diesem Rand bleiben kleine Bildgeschichten vorbehalten, beispielsweise den Interieurs, ihrem auffällig sauberen und geordneten Zustand, den Blumenvasen und Kuscheltieren, den Landschaftsbildern an der Wand.

Die zur Fotoserie gehörenden Landschaftsaufnahmen zeichnen sich durch eine ebenso klare, sensible Bilddramaturgie aus. Sie zeigen tief gestaffelte Räume einer Naturlandschaft. Diese Aufnahmen weisen eine betont ausgewogene, mehrfach sogar symmetrische Bildkomposition auf. Die Natur erscheint dadurch in ihrem Charakter des Erhabenen und Dauerhaften als grundlegendes Ordnungsmuster dieser Region. Licht und Schatten sind bewusst als atmosphärisches Phänomen aufgegriffen, die die Stimmungslage dieser Bergwelt augenblicklich verwandeln können.

 

Zur Ausstellung ist ein Katalogbuch in englischer Sprache erschienen.

 

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