Newsletter 3 | 2012


TRANS.REFLEX

Im Frühjahr 2010 konnten wir realities:united, die Brüder Jan und Tim Edler (Berlin), für ein ganz besonderes Projekt innerhalb der Baumaßnahmen gewinnen. Für den zur Regierungsstraße weisenden Westbau aus den 1960er Jahren sollte eine neue Fensterverdunklung entwickelt werden, um als ästhetisches Element zwischen dem Innen- und Außenraum des Kunstmuseums einen künstlerischen Akzent zu setzen. Das Projekt entstand in Abstimmung mit der Denkmalpflege, den Architekten und dem Kunstmuseum, um allen bestehenden Anforderungen an diesem Ort gerecht zu werden.

Das Projekt TRANS.REFLEX sieht vor, dass großformatige Spiegelpaneele in unterschiedlichem Winkel aus der Ebene der Fassade herausklappen oder aber zugeklappt die Fassade verschließen. Die spiegelnden Paneele integrieren und vervielfältigen die Umgebung, sie schaffen visuelle Aktivität und Lebendigkeit.

realities:united ist ein gleichzeitig technisches, wie poetisches Bild für das Kunstmuseum gelungen. Jeden Morgen heißt die Öffnung der 17 Paneele die Besucher willkommen zu einem öffentlichen Ort, an dem sie besondere Stunden verbringen können. Jeden Abend verschließen die Paneele das Gebäude und seine gleichermaßen materiellen, wie ideellen Schätze – ein Hortus conclusus, ein abgeschiedener Ort zur Bewahrung der Dinge und der Gedanken über die Zeit hinaus. Schon seit seiner Errichtung im Mittelalter hatte der Ort diese Aufgabe. Es galt schon für das mittelalterliche Chorherrenstift, später für das Pädagogium und es gilt schon seit immerhin 35 Jahren für das Kunstmuseum in diesem Gebäude.

Die Einweihung von TRANS.REFLEX findet am 19. Februar 2012, 14.45 Uhr, statt, im Rahmen der feierlichen Wiedereröffnung des Kunstmuseums.  

realities:united
Die beiden Architekten Jan und Tim Edler gründeten im Jahr 2000 in Berlin das Studio realities:united. Nach einigen temporären Projekten wurden die Brüder 2003 mit der Medienfassade BIX am neuen Kunsthaus Graz bekannt. Es folgten 2005 Arbeiten wie die Installation „Spots“ 2005 am Potsdamer Platz und ebenfalls 2005 die Umgestaltung eines ehemaligen Industrieareals in Pasadena, Kalifornien, mittels Lichtskulpturen als Teil des Pasadena Art Center.  2007 brachten sie in Dessau für „ReLief“ (“Reaktives Lichtenergiefeld”) Licht ins Dunkel eines von den Bürger als unsicher angesehenen Stadtparks und bauten 2007 in der New Yorker Artists Space Galerie eine Deckeninstallation, die gleichzeitig als Informations-Display und Lichtquelle in dem Raum funktionierte. 2010 werden die Planungen für das neue „Toni“-Areal in Zürich konkret, bei dem realities:united ein „Licht-Medien-Informationskonzept“ für den Zusammenschluss der Hochschulen ZHAW und ZHdK entwickelten. Weiterhin werden sie bis 2013 in Toronto die U-Bahn-Station „Steeles West“ mithilfe der Lichtinstallation „LightSpell“ erhellen. Zwei große Projekte in Singapur, am ILUMA-Entertainment-Center und einem Bürohaus, sind gerade abgeschlossen, ein weiteres führen realities:united zurzeit am Museumsneubau C4 in Córdoba, Spanien, aus.
 
Für ihre Arbeiten wurden die beiden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2009 mit dem Kunstpreis Berlin, der von der Akademie der Künste vergeben wird. Außerdem waren sie mehrfach für den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland nominiert.


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Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen | Regierungsstraße 4-6 | 39104 Magdeburg | Dienstag bis Sonntag 10.00 – 17.00 Uhr |
Eintritt 4 Euro, ermäßigt 2 Euro | freier Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 J. | www.kunstmuseum-magdeburg.de |