Newsletter 1 | 2012

Feierliche Wiedereröffnung

Es sind nur noch wenige Wochen
bis zur
Wiedereröffnung des Kunstmuseums am 19. Februar 2012.  

Fast zwei Jahre Geduld waren nötig. Die Besucher können sich auf Räume freuen, die nicht nur saniert, sondern auch neu gestaltet worden sind. Neu hinzugekommen ist zum Beispiel eine ganze Ausstellungsetage, in der die MedienLounge untergebracht ist. Hier werden neben Positionen zeitgenössischer Medienkunst aus der Sammlung des Museums auch Sonderausstellungen zu sehen sein.

Das Neue ist jedoch auch in vielen anderen Räumen sichtbar, zum Beispiel im Foyer, das über eine weitere Treppe nun auch den Zugang in die MedienLounge unter dem Dach ermöglicht. Vor allem aber ist die Ausstellungsfläche mit Galerie, Oberem Kreuzgang und großem Tonnengewölbe mit ihren ca. 1.000 m² saniert und technisch modernisiert worden.

Die Zugänglichkeit der Ausstellungsräume für Behinderte wurde im Verlauf der Sanierung erheblich verbessert. Nach dem bereits erfolgten Einbau einer behindertengerechten Toilette und der Schaffung des barrierefreien Zugangs zum Innenhof wurde zwischen Kirche und westlichem Kreuzgang ein Personenaufzug gebaut, durch den die oberen Etagen erschlossen werden.

Grundlegend überarbeitet wurde das Sommerrefektorium im Erdgeschoss des Westflügels der Klausur. Geblieben ist der von vielen Besuchern geliebte Blick aus dem Raum in den Innenhof, der jedoch nicht mehr durch Scheiben mit störenden Rahmen oder von desolaten Heizkörpern abgelenkt wird.

Das Kunstmuseum Magdeburg hat durch die umfassende Sanierung erheblich an touristischer Qualität gewonnen. Behutsame Veränderungen schaffen eine weitaus gelungenere Verbindung von Besucherfreundlichkeit, musealer Funktionalität und mittel-alterlicher Architektur. Die einmalige Synthese von zeitgenössischer Kunst und romanischer Architektur wird somit auch in Zukunft das Erscheinungsbild des Kunstmuseums prägen.

Feiern Sie mit uns am 19. Februar 2012, ab 15.00 Uhr, die Wiedereröffnung!


Als erste Künstlerin ist Christiane Möbus mit einer repräsentativen Auswahl ihrer Werke der vergangenen 40 Jahre in den sanierten Räumen zu Gast und sicher werden auch Sie „Die Geschichten der Christiane Möbus“ um Ihre Eindrücke und Gedanken bereichern.    

Bis dahin können Sie uns auch im Internet unter www.kunstmuseum-magdeburg.de besuchen. Dort finden Sie zum Beispiel die Vorschau auf die weiteren Ausstellungen dieses Jahres und eine aktuelle Liste der Veranstaltungen.

 

 Newsletter 2 | 2012
MedienLounge

Die MedienLounge wird am 19. Februar 2012 gleichzeitig mit den anderen Räumen des Kunstmuseums für Besucher zugänglich sein. Sie entstand im Verlauf Sanierung neu.

Aus der Kunst der Gegenwart ist die Medienkunst heute nicht mehr wegzudenken. Das Kunstmuseum Magdeburg hat seit 2005 mit Hilfe zahlreicher Förderer und durch Kontakte zu renommierten Künstlern einen bedeutenden Sammlungsbestand zur internationalen Medienkunst aufbauen können.

Mit dem Ausbau des Ausstellungsraumes im 2. Obergeschoss des Westflügels auf einer Fläche von mehr als 200 m² wird nun zum ersten Mal auch die ständige Präsentation der Sammlung und von Sonderausstellungen aus dem Bereich der Medienkunst möglich.

Das Kunstmuseum Magdeburg hat sich in den letzten Jahren bundesweit einen Namen als Ausstellungsort
für Medienkunst gemacht. Mit der ersten Ausstellung zum Thema, einer Retrospektive der Kurzfilme des Londoner Altmeisters John Smith, und ersten Kunstankäufen begann im Jahr 2005 die Geschichte
der Video/Filmkunst für das Magdeburger Museum.

In zahlreichen Sonderausstellungen waren in den vergangenen Jahren Kunstwerke aus dem Bereich der Fotografie, Video- und Filmkunst zu sehen. Sowohl die  thematischen Präsentationen zum Thema FARBE, DIE ELBE [in]between oder Everyday Ideologies I und II als auch die Ausstellung des Marler Videokunstpreises oder der Videos aus der Kunstsammlung des Bundes deckten das gesamte Spektrum der Videoproduktion der Gegenwart ab.

Zuletzt waren mit Bjørn Melhus und Maix Mayer zwei Künstler zu Gast in Magdeburg, die auf ganz unterschiedliche Art und Weise neue Videoinstallationen schufen.

Oft ist es in der Vergangenheit gelungen, durch den Freundeskreis des Kunstmuseums oder überregionale Förderer, gezeigte Kunstwerke für die Sammlung zu erwerben, so dass sich in der Sammlung inzwischen wichtige Werke international bekannter Künstler, wie beispielsweise der in Tel Aviv lebenden Sigalit Landau (*1966), befinden, die 2011 den israelischen Länderpavillon auf der Biennale in Venedig ausstattete. Aber auch die farbigen Menschen- und Gruppenbilder des Schweizer Fotografen Beat Streuli (*1957) oder die Institutions- und Gesellschaftskritiken von Andrea Frazer (*1966, USA) und Sean Snyder (*1972, USA) gehören inzwischen zur Sammlung. Aus dem Zeitalter der Medienpioniere konnte kürzlich zum Beispiel ein ganzer Werkkomplex von Nan Hoover (*1931-2008, NL) erworben werden und auch der in London lebende Kurzfilmer John Smith (*1952, GB) ist mit mehreren Arbeiten in der Sammlung vertreten.

Einladen können wir Sie in die MedienLounge schon jetzt. Die Premieren-Ausstellung INNER MOTION zeigt ab dem 19.2.2012 Werke von Nan Hoover, Bjørn Melhus und Yehudit Sasportas.   

Die Errichtung und Ausstattung der MedienLounge wurde von der Kloster Bergeschen Stiftung gefördert.

Zur Sammlung gehören u.a.: Andrea Frazer (USA), Nan Hoover (NL), Wieland Krause (D), Sigalit Landau (Israel), Maix Mayer (D), Chris Newman (D), Julia Oschatz (D), Jewyo Rhii (Südkorea), John Smith (GB), Sean Snyder (USA), Hito Steyerl (D), Beat Streuli (CH), Timm Ulrichs (D), Dagmar Varady (D), Kassandra Wellendorf (DK)

 Newsletter 3 | 2012


TRANS.REFLEX

Im Frühjahr 2010 konnten wir realities:united, die Brüder Jan und Tim Edler (Berlin), für ein ganz besonderes Projekt innerhalb der Baumaßnahmen gewinnen. Für den zur Regierungsstraße weisenden Westbau aus den 1960er Jahren sollte eine neue Fensterverdunklung entwickelt werden, um als ästhetisches Element zwischen dem Innen- und Außenraum des Kunstmuseums einen künstlerischen Akzent zu setzen. Das Projekt entstand in Abstimmung mit der Denkmalpflege, den Architekten und dem Kunstmuseum, um allen bestehenden Anforderungen an diesem Ort gerecht zu werden.

Das Projekt TRANS.REFLEX sieht vor, dass großformatige Spiegelpaneele in unterschiedlichem Winkel aus der Ebene der Fassade herausklappen oder aber zugeklappt die Fassade verschließen. Die spiegelnden Paneele integrieren und vervielfältigen die Umgebung, sie schaffen visuelle Aktivität und Lebendigkeit.

realities:united ist ein gleichzeitig technisches, wie poetisches Bild für das Kunstmuseum gelungen. Jeden Morgen heißt die Öffnung der 17 Paneele die Besucher willkommen zu einem öffentlichen Ort, an dem sie besondere Stunden verbringen können. Jeden Abend verschließen die Paneele das Gebäude und seine gleichermaßen materiellen, wie ideellen Schätze – ein Hortus conclusus, ein abgeschiedener Ort zur Bewahrung der Dinge und der Gedanken über die Zeit hinaus. Schon seit seiner Errichtung im Mittelalter hatte der Ort diese Aufgabe. Es galt schon für das mittelalterliche Chorherrenstift, später für das Pädagogium und es gilt schon seit immerhin 35 Jahren für das Kunstmuseum in diesem Gebäude.

Die Einweihung von TRANS.REFLEX findet am 19. Februar 2012, 14.45 Uhr, statt, im Rahmen der feierlichen Wiedereröffnung des Kunstmuseums.  

realities:united
Die beiden Architekten Jan und Tim Edler gründeten im Jahr 2000 in Berlin das Studio realities:united. Nach einigen temporären Projekten wurden die Brüder 2003 mit der Medienfassade BIX am neuen Kunsthaus Graz bekannt. Es folgten 2005 Arbeiten wie die Installation „Spots“ 2005 am Potsdamer Platz und ebenfalls 2005 die Umgestaltung eines ehemaligen Industrieareals in Pasadena, Kalifornien, mittels Lichtskulpturen als Teil des Pasadena Art Center.  2007 brachten sie in Dessau für „ReLief“ (“Reaktives Lichtenergiefeld”) Licht ins Dunkel eines von den Bürger als unsicher angesehenen Stadtparks und bauten 2007 in der New Yorker Artists Space Galerie eine Deckeninstallation, die gleichzeitig als Informations-Display und Lichtquelle in dem Raum funktionierte. 2010 werden die Planungen für das neue „Toni“-Areal in Zürich konkret, bei dem realities:united ein „Licht-Medien-Informationskonzept“ für den Zusammenschluss der Hochschulen ZHAW und ZHdK entwickelten. Weiterhin werden sie bis 2013 in Toronto die U-Bahn-Station „Steeles West“ mithilfe der Lichtinstallation „LightSpell“ erhellen. Zwei große Projekte in Singapur, am ILUMA-Entertainment-Center und einem Bürohaus, sind gerade abgeschlossen, ebenso ein weiteres am Museumsneubau C4 in Córdoba, Spanien.
 
Für ihre Arbeiten wurden die beiden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2009 mit dem Kunstpreis Berlin, der von der Akademie der Künste vergeben wird. Außerdem waren sie mehrfach für den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland nominiert.

 Newsletter 4 | 2012
DIE GESCHICHTEN DER CHRISTIANE MÖBUS

Ausstellung vom 21. Februar bis zum 6. Mai 2012

Vernissage am 19. Februar 2012, 15.00 Uhr

Nachdem Christiane Möbus 1971 genügend Federn von Flugenten(!) zusammen hat, wagt sie leichtsinnig den Absprung in die Wolken und verschreibt ihr Leben der Kunst. Sie dokumentiert den Flugverlauf fotografisch und deutet ihn als „das unnötige Verlöbnis der Frau Holle mit dem Schamanen“. Der praktizierte Gedankenflug wird zum Initial, sich fortan der Leichtigkeit von Eingebungen anzuvertrauen und die Gesetze der Schwerkraft zu unterlaufen. Mitgerissen vom internationalen Avantgardismus der Kunst jener Jahre, untersucht Christiane Möbus in ihren frühen Werken die Bildkraft einfachster Gegenstände und Handlungen. Den leichten Sinn hat sie sich bewahren können.

 

Die Geschichten der Christiane Möbus entwickeln sich sowohl von den Wegrändern des Alltags als auch aus präzisen Entscheidungen. Ihre Werke setzen sich aus Worten, Fundsachen und gebauten Objekten zusammen, in einer Mischung von Künstlichkeit und Wirklichkeit, die, mal im launischen Plauderton verfasst, mal verwegen akrobatisch, jedoch immer aus genauer Beobachtung, zueinander finden und die sich, aneinander gereiht, wie die Seiten eines Tagebuchs lesen. Ihre Werke besitzen eine Sprache, welche die Regeln des Begrifflichen sprengt und in poetische Bilder verlegt. Das sind Bilder persönlicher Erinnerungen, Alltagsvisionen, Rollenspiele, intuitiv verdichtete Konstruktionen mit Raum für Fantasie. Nach wie vor allen Formalismen und Regeln misstrauend, kennt ihr bemerkenswert eigenständiges Werk keine formale Logik und siedelt sich zwischen den begrifflichen Kategorien Skulptur, Objekt oder Installation an.

 

Die Ausstellung gibt einen umfassenden Überblick auf vier Jahrzehnte eines besonderen Künstlerlebens.

 

Christiane Möbus hat seit vielen Jahren eine Professur an der Universität der Künste, Berlin.

wichtige Termine zur Ausstellung:



21.2., 16.00 Uhr, Lehrerfortbildung (WT 2012-021.001 N LISA)


28.2., 14.30 Uhr, Führung für Seniorinnen und Senioren, mit Dr. Annegret Laabs


29.2., 19.00 Uhr, Begegnung und Gespräch mit der Künstlerin Christiane Möbus. Nur für Mitglieder des Freundeskreises. 


2.3., 13.00 – 17.00 Uhr, SWM-Tag. Freier Eintritt für Inhaber der SWM-Card. Sonderführungen beginnen 13.00 / 14.00 / 15.00 / 16.00 Uhr


18.3., 15.00 Uhr, Sonntagsführung, mit Dr. Uwe Förster

 

18.3., 15.00 Uhr, Familiennachmittag. Veranstaltung für Kinder ab 6 J. und ihre Eltern

 

25.3., 15.00 Uhr, Sonntagsführung, mit Uwe Gellner

 

28.03., 19.00 Uhr, DIALOG – mit der Künstlerin Christiane Möbus

 

5.4., 10.00 Uhr, Großeltern und Enkel. Ferienangebot für Kinder ab 6 J. und ihre (Groß-)Eltern

 

15.4., 15.00 Uhr, Sonntagsführung, mit Dr. Annegret Laabs

15.4., 15.00 Uhr, Familiennachmittag. Veranstaltung für Kinder ab 6 J. und ihre Eltern

 

29.4., 15.00 Uhr, Sonntagsführung, mit Dr. Uwe Förster

 

 Newsletter 5 | 2012
INNER MOTION

Ausstellung in der MedienLounge |
21. Februar – 6. Mai 2012
Eröffnung am 19. Februar 2012, 15.00 Uhr

Den persönlichen Stil der gezeigten Videos von Nan Hoover, Bjørn Melhus und Yehudit Sasportas verbindet, dass sie aus der Stille der Dunkelheit ins Bild dringen. Subtile Bewegungsverläufe spielen sich auf einer Membran zwischen Außenwelt und Innerlichkeit ab, suchend, treibend, seufzend und in einer Unmittelbarkeit, die jede Distanz schwinden lässt. Der Betrachter ist eingenommen vom Raum der Bilder und Töne, in den hinein sich das Medium aufzulösen scheint.

INNER MOTION schlägt mit Nan Hoover, Bjørn Melhus und Yehudit Sasportas den Bogen von den Anfängen des Mediums Video bis in seine aktuelle Gegenwart.

Die amerikanische Künstlerin Nan Hoover (1931-2008) siedelte 1969 nach Amsterdam über und wurde zu einer Wegbereiterin der Videokunst in Europa. Aus der Kunst der Performance hervorgegangen, untersuchen ihre frühen Videos die Beziehung zwischen Körper und Licht. So steht am Anfang des Mediums Video die Frage der Selbsterkundung mit der Kamera, gleichzeitig aber verleitet die Technik elektronischer Bilder und Klänge zum visionären Experiment und zu ungeahnten Ausflügen ins Grenzenlose.

Mit dem deutschen Videokünstler Bjørn Melhus (geb. 1966) und der israelischen Künstlerin Yehudit Sasportas (geb. 1969) sind zwei wichtige Akteure aus der aktuellen Szene der internationalen Videokunst vertreten. In ihren Arbeiten zeigt sich, dass das elektronische Bildmedium heute zunehmend einer kritischen Selbstreflexion unterzogen wird. „Emotion Field“ von Bjørn Melhus nutzt die Suggestion farbigen Lichtes auf Monitoren, gekoppelt an Tonfolgen einer der Sprache beraubten Konversation, um in den individuellen Erinnerungen jedes Betrachters die gespeicherten Bilder der Filmindustrie aufzustöbern. „The Lightworkers“ von Yehudit Sasportas entführt den Betrachter in eine Paradies- oder Endzeitsituation. Deren allmähliche Wandlungen scheinen, von unbekannter Hand gesteuert, bereits in einem Schwebezustand zu existieren, der einer künstlichen, immer perfekter werdenden medialen Realität entspricht, deren Quellen verborgen bleiben.

Mit INNER MOTION wird die neu geschaffene MedienLounge im 2. Obergeschoss des Westflügels eingeweiht.

Veranstaltungen in der Ausstellung
?   4. März, 15.00 Uhr, Sonntagsführung in der Ausstellung,
mit Dr. Annegret Laabs
? 21. März, 19.00 Uhr, DIALOG – Die Körperbilder der Nan Hoover (1931-2008
? 18. April,  19.00 Uhr, DIALOG – Seelenlandschaften der Kunst – Das Video als Medium des Körpers
? 22. April,  15.00 Uhr, Sonntagsführung in der Ausstellung, mit Uwe Gellner


Außerdem

? 22. Februar, 19.00 Uhr, DIALOG – mit realities:united über das Kunstprojekt TRANS.REFLEX

? 14. März, 19.00 Uhr, Der Freundeskreis lädt ein zum Kunst-Talk mit Ines Lacroix und Matthias Engel, Theater an der Angel