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     Hartwig Ebersbach: Die Madonna

13. September 2020 bis 6. Juni 2021
Wiederöffnung: 25. März 2021


Hartwig Ebersbach, geboren 1940 in Zwickau, studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Vertreter der gestisch-expressiven Malerei. 1973 fand die erste Einzelausstellung gemeinsam mit seinem Bruder Wolfram Ebersbach in Leipzig statt. Er begleitete eine Lehrtätigkeit für experimentelle Kunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Gera und war Gründungsmitglied der Freien Akademie der Künste in Leipzig. Seit 1996 ist er Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste und der Akademie der Künste Berlin.


Die Malerei von Hartwig Ebersbach entsteht nicht Strich um Strich, kontrolliert vor der Malfläche, sie entsteht mit der typischen Fülle seiner Farben in intuitiv gesteigerten Abläufen von ekstatisch-expressiver Verausgabung - so auch sein Werk „Tötende Madonna“. Mit dieser verstörenden Formulierung beruft sich der Maler einerseits auf die lange Tradition von Mariendarstellungen und tritt andererseits aus deren Geschichte heraus. Seiner Madonna fehlt es nicht an feierlicher Strenge oder mütterlicher Zuneigung, ihre unverkennbar starke Präsenz wirkt körperlich und spirituell zugleich. Schon immer besaß die Malerei von Hartwig Ebersbach diese enorme Verdichtung aus physischer Wucht und metaphorischer Tiefe. Jedoch, dass die Madonna „tötet“ ist ein beispielloser Gedanke und nur mit der Dramatik des Ausdrucks zu erklären, mit welchem dieses Bild, nachdem es entstanden war, seinen Maler konfrontiert.

Hartwig Ebersbach ist in Magdeburg kein Unbekannter. Große Personalausstellungen des Leipziger Malers fanden im Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen 1992 und 2002 statt. Sein Gemälde „Erdblitz II“ ist ein fester Bestandteil in der Ausstellung der Sammlung des Kunstmuseums. Die hier zusammengestellte Präsentation von Gemälden und Zeichnungen verdankt sich dem Wunsch des Malers, sein Madonnen-Bild fortan der Sammlung des Kunstmuseums zu übereignen.

 

Hartwig Ebersbach, Tötende Madonna, 2010,
Öl auf Leinwand, Foto: Uwe Walter