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    Morpheus
    Liliane Tomasko

7. September 2021 - 6. Januar 2022


Ähnlich wie der Gott der Träume, Morpheus, sich in jede beliebige Gestalt verwandeln kann, durchlaufen auch die Werke von Liliane Tomasko eine Transformation. Beginnend mit einem Traum, der immer auch einen Blick in die Seele preisgibt, schafft sie geheimnisvolle, metaphorische Werke voller Energie und innerer Kraft. Sie hält eine Welt zwischen Wachen, Schlafen und Träumen auf Leinwand, Aluminium oder Papier fest und fängt den flüchtigen Moment zwischen diesen Zuständen, zwischen Bewusstsein und Unbewusstsein, ein. Tomasko zieht ihre Inspirationen aus diesem Zwischenstadium, befindet man sich doch weder in der einen noch in der anderen Welt und doch sind sie beide verbunden. Diese Momente des Werdens faszinieren sie.

Die in der Ausstellung „Morpheus“ im Kunstmuseum Magdeburg gezeigten Werke entstanden zwischen 2018 und 2020 und erzählen vom Schwellenzustand und der Gegensätze zwischen Tag und Nacht, Wachen und Schlafen. Die Bandbreite ihrer Gemälde reichen von vibrierenden Bildern voll Licht und Wärme bis hin zu Arbeiten, die von starken Schwarz-Weiß-Kontrasten bestimmt sind – ein Tanz zwischen Licht und Dunkelheit.

So zeigt das Werk „Morpheus“ (2018) über das Format fließende Linien. Sie konzentrieren sich in tiefem Schwarz, das irgendwie bedrohlich anmutet, werden überlagert von einem vertikalen Streifen von durchscheinendem Pink und zarten, hellen Bändern. Sie wirken wie Laken, die über Interieur einer leerstehenden Wohnung gelegt werden. Die Stofflichkeit dieser Farbbänder wirft die Frage auf, was sie verdecken: Was schlummert da in unserem Unterbewusstsein? Was werden unsere Träume zum Vorschein bringen, wenn der Schleier im Schlaf gelüftet wird? Der helle Pfirsichton des Hintergrundes erinnert an die pastellige Farbigkeit des Morgenhimmels. Das Dunkel der Nacht wird vom Licht des aufkommenden Tags verdrängt, der Zugang zur Traumwelt verschlossen.

In „a dream of: LIGHTING UP THE DARK“ (2018) sind es die orange- und pinkfarbenen Linien, die einen Kontrast zu dem kräftigen Blau und Schwarz bilden und vom dem im Titel des Gemäldes benannten Licht in der Dunkelheit zeugen.

Die Serie „Hold on to yourself“ entstand während des Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020. Graue und schwarze Linien bewegen sich auf hellem, mit farbigen Akzenten durchsetztem Untergrund. Teils einander überlagernd, teils sich befreiend, es hat den Anschein eines Kampfes. Tomasko setzt hier der Realität der sich ausbreitenden Pandemie eine Traumwelt entgegen.

 

Liliane Tomasko (* 1967 in Zürich) studierte an der Camberwell School of Art, am Chelsea College of Art and Design und an der Royal Academy of Arts in London.
Ihre Werke werden in Museen und Galerien in Einzel- und Gruppenausstellungen weltweit gezeigt u.a.  im Château La Coste, Frankreich, im Museo MATE, Lima, im Rockland Center for the Arts, New York State, in der Fundación Bancaja, Valencia und im Lowe Art Museum, Miami und befinden sich in internationalen öffentlichen und privaten Sammlungen. Tomasko lebt und arbeitet in New York und Bayern.


Die Ausstellung entsteht mit freundlicher Unterstützung der Kewenig Galerie GmbH, Berlin.

 

Liliane Tomasko, Morpheus, 2018 Foto: Brian Buckley © Liliane Tomasko

 

 

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